Vom Verschwinden der Materie


Hier geht’s um Millionen Tonnen. Denken sie an all die Offset Maschinen, zweistöckig und hunderte Tonnen schwer. Alles Schnee von gestern. Die Zeitung, später auch alle Bücher wird es ausschließlich virtuell geben. Es ist heute schon angenehm, am i-pad bookstores zu durchstöbern, dort und da was lesen und sich schließlich ein ausgewähltes Buch herunterladen, und man kann gleich zu lesen beginnen. Oder zu schauen. Bilder, ja natürlich auch Videos zum Thema. Mit oled wird’s noch besser, man entrollt das Display, und liest die Zeitung, Illustrierte oder Buch seiner Wahl. Keine Druckereien mehr – ausgedruckt – (mein Drucker hat sich mit hysterischem Gerapple gemeldet)  In den Buchgeschäften sieht man nur noch an die Wand projizierte Bilder von Buch Covers, Filme, die die Autoren zeigen, Tische mit oleds um Probe zu lesen. Also außer einigen Beamern (die auch immer kleiner werden) und vielen hauchdünnen oleds keine Materie, außer (noch) einigen Sitzmöbel und den Verkäufern und Verkäuferinnen. Die sind aber eigentlich nur da, damit sich die Buchgeschäftbesucher wohl fühlen. Für Gespräche etc. Weil gekauft wird eh alles online. Später wird man natürlich auf die Verkäufer verzichten, da sich die Leute untereinander unterhalten werden, der bookstore wird ein Ort der Begegnung für Lesefreudige und Kulturbegeisterte. Noch später wird natürlich der komplizierte Umweg der Daten über Bildschirme, auch wenn sie noch so dünn sind, wegfallen. Die Daten werden direkt in unser Gehirn gesendet und wir werden die Buchseiten gestochen scharf vor uns sehen, ob wir nun weitsichtig sind oder nicht. Genauso wird’s natürlich mit Bildern und Filmen. Wir werden sie in noch nie dagewesener Perfektion natürlich in 3D vor uns sehen – wie sie sicher schon bemerkt haben, fällt auch hier wieder ein gewaltiger Berg an Materie weg.

 

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